Über

Die raumbezogenen Geisteswissenschaften umfassen ein breit gefächertes, interdisziplinäres Forschungsfeld, das sich mit der sozialen und historischen Bedeutung von Räumen und Orten beschäftigt. Dazu gehören unter anderem die Humangeographie, die Kultur- und Sozialanthropologie, die Archäologie, die historische Geographie, die Raumsoziologie, die Kulturlandschaftsforschung, die Heritage Studies, die Digital Humanities mit räumlichem Fokus, die Urban und Spatial Humanities sowie die Stadt-, Regional- und Planungsforschung. Trotz ihrer unterschiedlichen Methoden eint diese Disziplinen die zentrale Frage, wie Menschen Räume wahrnehmen, formen, deuten und erinnern. Jeden Tag entstehen neue Ideen, Analysen und Debatten, verstreut über eine Vielzahl internationaler Journals und Publikationsplattformen. Viele dieser Beiträge bleiben selbst für Fachleute schwer zugänglich, weil sie hinter Paywalls liegen, in unterschiedlichen Sprachen erscheinen oder schlicht im stetigen Publikationsfluss untergehen.

Der Forschungsticker wurde entwickelt, um genau hier Orientierung zu bieten. Er wählt täglich einen wissenschaftlich relevanten Artikel aus anerkannten Fachzeitschriften aus und stellt die wichtigsten Inhalte kompakt vor. Jeder Beitrag entsteht in einem redaktionellen Prozess, der den Artikel nicht nur zusammenfasst, sondern ihn auch einordnet, kommentiert und mit einem sorgfältig ausgewählten Lieblingszitat ergänzt. Die Key Findings werden klar herausgearbeitet, damit Leserinnen und Leser unmittelbar verstehen, warum der Beitrag wichtig ist und welche Impulse er für aktuelle Debatten bietet.

Automatische Journal-Crawler, Aggregatoren oder Datenbanken liefern zwar große Mengen an Publikationen, doch sie können diese Inhalte nicht filtern, gewichten oder interpretieren. Sie erfassen Texte, aber sie verstehen sie nicht. Der Forschungsticker setzt genau hier an und ersetzt Masse durch Kuration. Statt eine unüberschaubare Liste neuer Titel anzuzeigen, trifft die Redaktion eine bewusste Auswahl und legt jeden Tag den Fokus auf einen einzigen, sorgfältig geprüften Artikel. So entsteht ein kuratierter Strom wissenschaftlicher Inspiration, der zeitlich überschaubar bleibt und dennoch den Blick erweitert.

Im Unterschied zu Plattformen wie ResearchGate ist der Forschungsticker unabhängig von Autorinnen- und Autorenprofilen, von Algorithmen und von Selbstdarstellungsmechanismen. ResearchGate zeigt vor allem das, was Forschende selbst hochladen oder was durch Netzwerkmechanismen sichtbar wird. Der Forschungsticker dagegen sucht gezielt in einer breiten Landschaft etablierter Journals, möglichst unabhängig von Disziplinengrenzen, Karrieren oder institutionellen Zugehörigkeiten. Dadurch entsteht ein ausgewogener Überblick über das gesamte Feld, nicht nur über einzelne Personen oder Netzwerke.

Der Forschungsticker möchte Forschung nicht nur sammeln, sondern vermitteln. Er macht komplexe wissenschaftliche Inhalte verständlich, er stellt Zusammenhänge her und eröffnet Zugänge für Menschen, die sich in der dynamischen Forschungslandschaft orientieren möchten. Er richtet sich an Studierende, Forschende, Praktikerinnen und Praktiker sowie an alle, die wissen möchten, was die raumbezogenen Geisteswissenschaften heute bewegt.

Der Forschungsticker ist ein Versuch, die Vielfalt wissenschaftlicher Erkenntnisse sichtbar zu machen. Die Redaktion obliegt hierbei der regwis Wissenschaftsberatung.